Das Thema der Abschlussarbeit von C.-F. Seeschaaf ist das axial-symmetrische Gefäß, das durch den Drehprozess auf der Töpferscheibe entsteht.
Dabei spielt er im Besonderen mit den Möglichkeiten der horizontalen Gliederung von Gefäßformen. Er gestattet sich die Freiheit rein formal-ästhetischen Kriterien in der Gefäßgestaltung nachzugehen, ohne nach dem Gebrauchswert der entstandenen Gefäße zu fragen.
Anhand von bandartigen Einschnürungen innerhalb der vertikal ausgerichteten Form entstehen Formabschnitte, die einen Umbruch im Formverlauf markieren und im Besonderen die Frage der Maßverhältnisse berühren. Die Maße oder Proportionen der einzelnen Formsegmente bestimmen den Eindruck und entscheiden daher über die Wirkung der Formen.
Das Auge richtet sich dabei entlang der unsichtbaren Mittelachse im Abschätzen der Maße und Teilungen und wird mit Zufriedenheit Ausgewogenheit in Form und Silhouette wahrnehmen.
Treten diese wiederholt und in leichter Abwandlung auf, entstehen Formfamilien, die bestimmte Formtypen herausstellen und zugleich Orientierung schaffen, indem Ordnungskriterien deutlich werden.
Solche Formtypen zu schaffen ist die Herausforderung, der sich C.-F. Seeschaaf stellt.
Barbara Kaas.
